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Hirsiger setzt den Massstab


Shootingstar. Der 21-jährige Erlenbacher Felix Hirsiger liess der Konkurrenz auch im zweiten Rennen um die Formula-V-Meisterschaft das Nachsehen. Mit einer souveränen Leistung verwies er im Finale den Zuger Christoph Holstein und den St. Galler Fabian Heggli auf die Plätze 2 und 3.


Mit seinem Sieg baute Hirsiger den Vorsprung in der Meisterschaftswertung auf 22 Punkte aus – und bestätigte die Einschätzung von Formula-V-COO Marco Lauber. Der sagte mit Blick aufs sonntägliche Rennen: „Hirsiger hat den Massstab gesetzt. Er wird auch in den weiteren Rennen zu den Favoriten gehören. Bei ihm spürt man deutlich: Die Formula V gibt ihm im Rennsport eine zweite Chance. Und die will er unbedingt packen.“




Felix Hirsiger


Dies war im Finale praktisch auf jedem Meter zu spüren. Zwar kam Hirsiger (aufgrund der durch den Zufallsgenerator ermittelten) Startaufstellung als Letzter auf die Strecke. Doch danach spielte er seine ganze Klasse aus. Geduldig wartete er ab, kaltblütig nutzte er eine Kollision schon in der ersten Runde, um die Führung zu übernehmen. Bald führte er das Feld mit zehn Sekunden Vorsprung an – und kontrollierte das Rennen souverän. „Der zweite Sieg verschafft mir für die Fortsetzung der Meisterschaft eine optimale Ausgangslage“, sagte er kurz nach der Siegerehrung.


Wie alle anderen Fahrer sahen sich die Finalisten in der Racing-Lounge in Cham mit ganz speziellen Herausforderungen konfrontiert. Einerseits erhöhte die Sommerhitze die Belastung merklich, anderseits war der technische Anspruch auf dem Rundkurs von Spa-Francorchamps gross: Mit einer Länge von sieben Kilometern ist die Strecke so lange wie sonst nirgends in der Formel 1. Und die legendäre Kurvenkombination Eau Rouge hat es in sich. In diesem hügeligen Abschnitt fährt man praktisch ins Niemandsland – muss antizipieren. Für die 32 Piloten in der Direktausscheidung bedeutete das:  Wer mit zu wenig Tempo auf die lange Gerade einbog, hatte das Rennen faktisch verloren. Hirsiger war darauf aber bestens vorbereitet: „Ich fuhr in Spa schon ein reales Rennen – und wusste, wie anspruchsvoll die Strecke ist.“




Von links: Fabian Heggli, Shaun Vogel, Felix Hirsiger und Christoph Holstein



Rennleiter Marco Hammer zeigte sich vom Niveau des Gebotenen beeindruckt: „An der Spitze wird die Leistungsdichte immer grösser. Man spürt deutlich, dass die Top 15 regelmässig trainieren und sich von Runde zu Runde steigern.“ Im Gegensatz zum ersten Meisterschaftslauf kam es aufgrund von ungültigen Runden zu keinen Disqualifikationen mehr.


Schon in den beiden Halbfinals hatten sich Hirsiger und Holstein in die Favoritenposition manövriert. In ihren Läufen verwiesen sie Shaun Vogel bzw. Heggli jeweils auf den zweiten Platz. Erneut ohne Wettkampfglück blieb der ungarische E-Sport-Profi Benjamin Bader. Als Dritter seines Halbfinals fehlten ihm zur Finalqualifikation 2,2 Sekunden. In der Schlussrangliste belegte er den 6. Platz.



Von links: Christoph Holstein, Felix Hirsiger und Fabian Heggli



Der Erfolg von Hirsiger ist auch die Bestätigung für die Scuderia „Alfina Racing“, auf dem richtigen Weg zu sein. Das erste gesponserte Team hatte den Zürcher nach seinem Premiere-Sieg unter Vertrag genommen. Der Return on investement liess nicht lange auf sich warten. Und es ist gut möglich, dass es schon im Juli noch besser kommt. Dann wird der dritte Meisterschaftslauf auf dem Nürburgring ausgefahren. Felix Hirsiger sagt dazu: „Diese Strecke mag ich ganz besonders“. Dies sind keine guten Neuigkeiten für seine Gegner.


Thomas Renggli, Cham



Rangliste

Runde 2 / Spa


Rang

Name

Punkte

1

Felix Hirsiger

25

2

Christoph Holstein

18

3

Fabian Heggli

15

4

Shaun Vogel

12

5

Roy Ricklin

10

6

Benjamin Badér

8

7

Thomas Schmid

6

8

Rok Mrzel

4

9

Pascal Tschopp

2

10

Roger Marte

1



Gesamt-

klassement

Stand: 30.06.2019


Rang

Name

Punkte

1

Felix Hirsiger

50

2

Roy Ricklin

28

3

Fabian Heggli

24

4

Christoph Holstein

20

5

Benjamin Badér

18

6

Rok Mrzel

16

7

Simon Benoit

15

8

Shaun Vogel

12

9

Dustin Wüest

6

9

Pascal Tschopp

6

9

Thomas Schmid

6

10

Besnik Murtezi

1

10

Roger Marte

1