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„Mein Ziel ist der Meistertitel“


Die Meisterschafts-Premiere in der Formula V endete mit einer Überraschung: Der 21-jährige Felix Hirsiger aus Erlenbach am Zürichsee düpierte die gesamte Konkurrenz und durfte den Siegerscheck von 5000 Franken entgegennehmen.


Das 30 Minuten dauernde Finalrennen fand ohne zwei Favoriten statt. Keine von Shaun Vogels Qualifikationsrunden konnten vom elektronischen Ueberwachungssystem validiert werden, während der Ungare Benjamin Badér im Halbfinal in einer Kurve überschoss und die Zeitstrafen nicht mehr aufholen konnte. Badér sicherte sich wenigstens mit dem Sieg im kleinen Final 10 Wertungspunkte.


Der Sieger des ersten Rennens ist ein Fahrer mit Erfahrung aus dem realen Rennsport: Bis auf Formel-4-Stufe gehörte er stets zu den stärksten Fahrern des Landes. Danach musste er seine Ambitionen aus finanziellen Gründen zurückstellen. Und weil er zuletzt auf den Beruf als Immobilienmakler setzte und seine Karriere als Amateur-Radfahrer forcierte, verlor der Erlenbacher seine autorennsportlichen Ambitionen etwas aus den Augen.



Der skeptische Blick täuscht: für Felix Hilsiger lief das Rennen optimal.



Dank seiner starken Leistung in Cham hofft er nun aber, seine Karriere nochmals neu zu lancieren: „Dieser Erfolg ist eine grandiose Sache – vielleicht öffnet sich dank der Formula V ja irgendwo wieder ein Türchen.“ Dass er als Aussenseiter an den Start gegangen sei, lässt er nur bedingt gelten: „Ich wusste, was ich kann. Aber im Vorfeld sprach kaum jemand von mir.“ Nun geht er aufs Ganze: „Mein Ziel ist der Meistertitel“.

 


«Mehr Fairness

im Rennsport

gibt es nicht»



Für die Gelegenheit, die ihm die Formula V bietet, ist Hirsiger äusserst dankbar: „Endlich erhalte ich die Chance, mein Können ohne grossen finanziellen Aufwand zu zeigen.“ Auch das Prinzip der Chancengleichheit ist ihm sehr wichtig: „Im Simulator gehen alle mit den gleichen Voraussetzungen an den Start. Eine fairere Art des Rennsports gibt es nicht“.


Dies hört Formula-V-Initiator Francisco Fernandez natürlich gerne. Der Luzerner war mit dem ersten Meisterschaftsanlass hochzufrieden: „Schauen Sie, wie viel Spass die Menschen haben.“ Geht es nach seinen Vorstellungen, wird dieser Spass eher früher als später rund um den Globus zu erleben sein. Vorderhand wird in Cham und am Ferrari-Hauptsitz in Maranello gefahren. In Zürich eröffnet beim Bahnhof Tiefenbrunnen im August die zweite Schweizer Niederlassung, im Herbst soll die Lounge in Madrid folgen. Grosses Interesse besteht in mehreren Städten in der Schweiz und im Ausland.


Für Fernandez, den gebürtigen Spanier, ist das Projekt eine Herzensangelegenheit. Dass es sich beim virtuellen Rennsport nur um einen kurzfristigen Trend handeln könnte, denkt er nicht. Aus Deutschland sei bereits das Angebot eines potenziellen Franchisenehmers eingegangen, der 600 Lounges eröffnen wolle. Für Fernandez ein deutliches Zeichen: „Stellen Sie sich vor, was erst möglich wird, wenn Länder wie China, Indien, Südkorea oder die USA auf den Zug aufspringen!“


In der digitalen Welt sieht Fernandez keine Grenzen: „Wir besitzen die Möglichkeit, die Simulatoren aus verschiedenen Ländern zusammenzuschalten und so internationale Rennen auszutragen. Dann fahren Simulatoren in Maranello gegen Simulatoren in Madrid. “


Aber zurück nach Cham. Dort behauptete sich die Berner Oberländerin Danica Brönimann gegen das sonst rein männliche Fahrerfeld. Die 27jährige OP-Assistentin aus dem Berner Inselspital beendete das Rennen auf dem respektablen 24. Platz. Sie freut sich über die neue Möglichkeit, die ihr geboten wird: „Ich fuhr schon einmal in einem Formel-Renault-Boliden auf einer echten Rennstrecke. Das hier kommt der Realität sehr nahe. Das ist ein ganz starkes Gefühl“. Nach dem Rennen buchte Danica gleich ein Jahresabonnement.



Der erste Zahltag der Formula V – für Felix Hilsiger der Start zur zweiten Karriere?



Das stärkste Gefühl konnte am Ende eines nervenaufreibenden und hochklassigen Wettkampfs aber Felix Hirsiger erleben. Aus den Händen von Francisco Fernandez nahm er einen Pokal und den Siegercheck von 5000 Franken entgegen. An der Siegerehrung wähnte man sich schon fast an einem richtigen Formel-1-Rennen. Virtuell blieb nur die Champagnerdusche. Die Putzequipe wusste es zu danken. 


Thomas Renggli, Cham

Bilder: Brandertainment







Zwischen-

klassement

Challenge Trophy




Fahrer

Punkte

Zeit

1

Felix Hirsiger

25

31:13.109

2

Roy Ricklin

18

31:20.241

3

Simon Benoit

15

31:24.740

4

Rok Mrzel

12

31:25.360





5

Benjamin Badér

10

8.13.840

6

Fabian Heggli

8

8:17.045

7

Dustin Wüest

6

8:45.574

8

Pascal Tschopp

4

8:58.914





9

Christoph Holstein

2*


10

Besnik Murtezi

1*



(*Beste Zeiten der Nicht-Qualifizierten aus den Viertelfinals)