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„Ich will Spass haben und gewinnen“



Er gehörte zu den talentiertesten Rennfahrern der Schweiz. Mit dem Go-Kart gewann er fünf Schweizer Meistertitel. Nun nimmt der 21-jährige Zürcher Shaun Vogel im Formula-V-Championat einen neuen Anlauf. Zu Kompromissen ist er nicht bereit.



Shaun Vogel aus dem Team Allfina gehört am Samstag zu den Favoriten.



Mit welchen Zielen steigst du in die Challenge-Rennen um die Schweizer Meisterschaft? 


Ich will Spass haben – und ich will gewinnen. Ein anderes Ziel gibt es nicht.



Woher nimmst du die Zuversicht?


Bei meinen ersten Fahrten auf dem virtuellen Rundkurs von Monza lief es sehr gut. Mit einer Rundenzeit von 1:21 war ich der Zweitschnellste von allen Fahrern.



Du fährst für das erste gesponserte Team, „Allfina“. Wie ist die Equipe aufgestellt? 


Es ist das Team meines Arbeitgebers, der Allfina Group. Vorderhand bin ich der einzige Fahrer, aber wir wollen noch zwei drei weitere Piloten verpflichten. Die Formula-V-Meisterschaft ist für uns eine attraktive PR-Möglichkeit. Wir wollen damit zeigen, dass wir Leute fördern, Ziele erreichen und uns als modernes Unternehmen mit weitem Horizont präsentieren.



In jedem Rennen sind für den Sieg 5000 Franken ausgesetzt. Welche Rolle spielt die finanzielle Seite?


Das ist eine stolze Summe. Und der wirtschaftliche Anreiz ist ein schöner Nebenaspekt. Aber im Vordergrund liegen für mich persönlich die sportliche Herausforderung und die Freude am Rennsport.



Du warst ein erfolgreicher Go-Kart-Pilot. Weshalb hast du in einer höheren Kategorie nicht Fuss gefasst?


Mir fehlten die Sponsoren. Wir hatten schlicht das Geld nicht, um meine Karriere weiter vorwärtszutreiben. Irgendwann musste ich mich entscheiden: Warte ich auf einen Sponsor oder setze ich auf den Beruf? Ich habe den Entscheid der Vernunft getroffen. Heute stehe ich als Geschäftsführer mit beiden Füssen im Berufsleben.



Vor zehn Jahren bezeichnete dich die „Zürichsee Zeitung“ als „Kleiner Schumi“. Wie denkst du heute darüber?


Schöne Erinnerungen kommen auf. Die Zeit als Rennfahrer hat mich geprägt – und mir auch für mein Berufsleben viel gebracht. Ich bin früh selbstständig geworden, habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen und für ein Ziel zu kämpfen. Im Sport lernt man Disziplin, Durchsetzungsvermögen und das Risikomanagement.



Du hast auch Erfahrung in der Formel 4. Lässt sich Racing im Simulator mit einem realen Rennen vergleichen?


Definitiv. Abgesehen von den G-Kräften lässt sich das Fahrgefühl praktisch 1:1 simulieren. Wenn ich an meine Erfahrungen aus dem Formel-4-Auto zurückdenke, kann ich sagen: Der Formula-V-Simulator kommt der Realität extrem nah.



Hast du mit deinen Rennsportplänen wirklich schon abgeschlossen – oder schwirren diese Gedanken noch irgendwo in deinem Hinterkopf?


Der Rennsport ist in meinem Leben natürlich immer präsent. Doch man muss auch realistisch bleiben. Wenn ich aber durch die Formula-V die Gelegenheit erhalten würde, wieder einmal in einen Rennwagen zu sitzen, wäre das schon eine grosse Sache.



Interview: Thomas Renggli